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"Verstehen Sie Spass?"

tl_files/img/verstehensiespass_neu.jpgGuido Cantz verspricht eine Reihe spannender Neuerungen, ohne dem erfolgreichen Konzept des Samstagabend-Klassikers untreu zu werden.


Herr Cantz, was war Ihr erster Gedanke, als Sie gehört haben: Cantz macht „Verstehen Sie Spaß?“?
Guido Cantz: Das war natürlich ein Riesen-Moment. Ich kann das immer noch nicht ganz glauben. Als diese Meldung durch die Presse ging, „Guido Cantz ist der Nachfolger von Frank Elstner“ – das war Wahnsinn. Eine Zeitung habe ich mir sogar aufbewahrt, was ich eigentlich sonst nicht mache. Aber ich glaube, ich werde mich nach der Sendung am 10. April doch noch mal kneifen und sagen: Du, das stimmt wirklich.

Sie übernehmen die Sendung von Show-Urgestein Frank Elstner – passen Ihre Schuhe in die Spuren, die er hinterlässt?
Guido Cantz: Das sind natürlich Riesenkrater, keine Fußstapfen, in die ich da trete. Aber irgendwann muss man ja mal den ersten Schritt machen! Es war immer ein Traum von mir, Samstagabend um 20.15 Uhr eine Sendung zu moderieren. Und dann noch als Nachfolger von Frank Elstner – das hat ja schon mal jemand gemacht, der heute einer der ganz großen, vielleicht sogar der größte Unterhalter im deutschen Fernsehen ist: Thomas Gottschalk. Thomas ist ja auch blond, das könnte ein gutes Omen sein.

Vor Publikum auftreten ist Ihnen nicht fremd, Fernsehmoderation ebenso wenig, aber jetzt die große Samstagabendshow – fühlt sich das im Vorfeld ein bisschen anders an?
Guido Cantz: Ja klar, schon morgens, wenn ich mich beim Zähneputzen im Spiegel sehe, denke ich mir: „Wahnsinn, da steht der angehende Samstagabend-Moderator!“ (lacht) Nein, Spaß beiseite: Noch fühlt sich das unwirklich an. Da ist natürlich ein Kribbeln, wenn man merkt, die Zeit wird knapper, es geht langsam auf den 10. April hin. Aber so richtig fühlen werde ich es wahrscheinlich erst, wenn ich am Donnerstag vor der Sendung das erste Mal in dieser Halle in Halle an der Saale stehe und mir sage: „So, am Samstag um viertel nach acht geht’s los, dann geht die rote Lampe über der Kamera an, und du bist live auf Sendung. Dann wird’s ernst.“

Die erste Ausgabe von „Verstehen Sie Spaß?“ mit Kurz Felix lief im Januar 1980 – da waren Sie acht Jahre alt. Was ist Ihre erste Erinnerung an „Verstehen Sie Spaß?“?
Guido Cantz: Damals saßen wir immer mit der ganzen Familie vor dem Fernseher. Zwei Filme sind mir besonders im Kopf geblieben: Da war einmal die „Antennenbremse“. Das war im Grenzbereich Schweiz-Österreich-Deutschland am Bodensee, wo man den Leuten auf der deutschen Seite erzählte: Passt auf, ihr dürft das Schweizer Fernsehen jetzt nicht mehr empfangen, deswegen bauen wir euch eine „Antennenbremse“ aufs Dach. Die sollte das schweizerische Programm sozusagen ausbremsen, was den Leuten natürlich überhaupt nicht passte, und das fand ich extrem lustig als Kind. Und der zweite Film ist der klassische Gag mit der Eismaschine, die einfach nicht aufhört zu laufen. Eis soviel man will, der Traum aller Kinder – und natürlich auch der Traum vom kleinen Guido Cantz.

Neue Besen kehren ja bekanntlich gut – Was gibt es Neues bei „Verstehen Sie Spaß?“ mit Guido Cantz?
Guido Cantz: Natürlich bin ich ein anderer Typ als Frank Elstner. Frank hat zu mir gesagt: „Ich bin Journalist, du bist jemand, der aus dem Humorfach kommt“. Daraus ergeben sich zwangsläufig Änderungen, und das ist ja auch gut für die Sendung. Ich werde das Ganze sehr locker und launig moderieren, weil das einfach mein Stil ist. Vielleicht gibt es also auch mal eine kleine Stand-up-Einlage vom Moderator selbst. Und ich werde versuchen, das Publikum im Saal ein bisschen mehr einzubinden. Außerdem wird unser Sofa belebt: Da wird dann der ein oder andere Comedy-Act, der bei uns auftritt, auch mal ein bisschen länger in der Sendung sein als früher. 

Wissen Sie schon, wer die Gäste in der ersten Sendung sind?
Guido Cantz: Michael Mittermeier wird dabei sein mit einer tollen Stand-up-Nummer, außerdem Monika Gruber, eine großartige Kabarettistin aus Bayern, und wir haben eine Musiknummer im Programm, die es so noch nie zu hören gab: Stefan Gwildis singt „Männer in den besten Jahren“, zusammen mit den Höhnern und Dietmar Bär, dem „Tatort“-Kommissar aus Köln. Ganz neu ist auch das Lied, mit dem Silly auftritt, „Ich sag nicht ja“. Und ich freue mich auf die Ten Tenors, weil sie sich selbst nicht zu ernst nehmen und klassische Musik immer mit Leichtigkeit und Witz präsentieren. Das passt sehr gut zum Konzept von „Verstehen Sie Spaß?“.

Hat ein Profi wie Sie noch Lampenfieber vor so einer großen Showpremiere?
Guido Cantz: Normalerweise bin ich nicht der Typ, der übermäßig aufgeregt ist. Natürlich hat man immer eine gewisse Anspannung, bevor es losgeht, und das wird bestimmt auch die letzten Tage vor der Sendung spürbar sein. Klar stellt man sich schon mal die Frage: „Wie wird das um 20.14 Uhr aussehen, wenn man vor dieser Showtür steht, die Musik losgeht und dann die Stimme aus dem Off sagt: Jetzt kommt Ihr Gastgeber Guido Cantz!“ Wenn man dann rausgeht, schießen einem natürlich tausend Sachen durch den Kopf: „Hoffentlich stolpere ich nicht, was passiert als nächstes, hab ich auch den Text parat?“ Aber schließlich wäre es ja schlimm, wenn man vor so einer Aufgabe kein bisschen nervös wäre.

Ihre Premiere findet in Halle an der Saale statt – das richtige Pflaster für die rheinische Frohnatur Guido Cantz?
Guido Cantz: Absolut! Wir haben sehr viele Zuschauer in der Region und überhaupt im Osten der Republik. Es wird auch einen Film geben, in dem ich durch Halle an der Saale laufe und den Zuschauern einfach mal ein bisschen aus meiner Sicht die Stadt vorstelle, in der unsere Sendung zu Gast ist. Ich bin sicher, dass wir in Halle ein extrem gut gelauntes Publikum haben werden, und ich freue mich sehr auf Sachsen-Anhalt.

(Das Interview finden Sie hier)

 

 

Herzrasen

tl_files/img/interview/guido__herzrasen.jpg(RPO). Bekannt geworden ist Guido Cantz im Kölner Karneval, bald moderiert er eine der beliebtesten Samstagabendshows. Im Herzrasen-Interview spricht er über die ernsten Dinge des Lebens.


Herr Cantz, im Fernsehen werden Sie bald „Verstehen Sie Spaß“ moderieren - verstehen Sie eigentlich auch Ernst?
Cantz Klar verstehe ich Ernst. Es ist zwar mein Beruf, Leute zum Lachen zu bringen, aber das Leben ist ja nicht immer nur lustig.

Gibt‘s Guido Cantz denn in traurig?
Cantz Also, das Klischee vom einsamen Clown, der zu Hause Tränen verdrückt, trifft auf mich eher weniger zu. Es gibt Guido Cantz natürlich auch in nachdenklich und traurig, aber der Guido Cantz, der auf der Bühne steht, ist sehr, sehr deckungsgleich mit dem, der auch im normalen Leben rumturnt.

Sie haben ja mal BWL studiert. Blieb der Spaß im lernintensiven BWL-Studium zwangsläufig auf der Strecke?

Cantz Mein Lernpensum war sehr überschaubar. Ich hatte eine Abmachung mit mir: Wenn ich damals zur Uni gefahren bin und nicht sofort einen Parkplatz gefunden habe, dachte ich mir, dass der liebe Gott wohl nicht will, dass ich studiere. Eigentlich wollte ich Politik studieren, da habe ich dann aber gedacht, damit kannste eh nichts machen. Ich komme aus einer Familie, in der man erstmal was in der Hand haben will, bevor man mit Quatsch sein Geld verdient.

Hilft Ihnen das Quatschmachen, Lebenskrisen zu überwinden?

Cantz So viele Krisen hab ich noch nicht gehabt. Ich hatte eine Krise, als ich schwer krank war, das war 1996. Ich lag drei Wochen im Krankenhaus, eine Woche auf der Intensivstation. Von null auf nix ging das. Da ist mir klargeworden, dass ich das mit der Bühne, also das, was mir wirklich Spaß macht, hauptberuflich machen möchte.

Dass Sie mit Spaß ernsthaft verdienen wollten, war Ihnen immer klar?

Cantz Ich bin mit fünf eingeschult worden, war in der Grundschule der Kleinste und mit meinen Aufgaben sehr schnell fertig. Dann war mir langweilig, und ich hab Blödsinn gemacht. Auf dem Gymnasium war ich auch wieder der Jüngste. Ich war Klassensprecher und Klassenclown, habe im Orchester gespielt und in der Jazzband. Die Bühne war immer mein Ziel.

Manchmal müssen Sie auf der Bühne lustig sein, obwohl die Zeiten alles andere als lustig sind.

Cantz Mein Beruf ist es, die Leute auch mal abzulenken. Es gibt immer Ereignisse, wie jetzt die Wirtschaftskrise, bei denen die Leute nur darüber sprechen, wie schlecht es ihnen gerade geht. Dann ist es meine Aufgabe, sie für eine gewisse Zeit aufzuheitern.

Also hat Karneval für Sie noch die Funktion, böse Geister zu vertreiben?

Cantz Ich bin ja sehr katholisch, Karneval ist in dieser Tradition entstanden. Aber ich glaube nicht, dass irgendwer beim Feiern noch daran denkt, dass böse Geister verscheucht werden. Bei mir ist es ja auch nicht so. Böse Geister können wir mit Feiern leider nicht wegbekommen.

Wie war Ihr erster Auftritt?

Cantz Mein erster Auftritt war im privaten Bereich, mit 16 oder 17 Jahren. Für mich fiel der Startschuss auf der großen Bühne 1991. Das war im Sartory in Köln beim Stammtisch Kölner Karnevalisten, wo ich mein Programm präsentierte. Da wurde ich auf die Bühne geschickt und wusste gar nicht, was es bedeutet, vor 1400 Leuten aufzutreten. Ich habe dort an zwei Tagen Riesenerfolge gefeiert.

Haben Sie in dem Moment begriffen, dass das ganz gut funktioniert hat?

Cantz Natürlich habe ich gemerkt, dass es auf der Bühne gut funktioniert. Die Leute haben gelacht und geklatscht und gesagt: ,Ach, da kommt jetzt so ein 20-Jähriger, der macht Karneval, das ist ja irre’. Ein Kollege sagte mir an dem Abend, ich müsse mir keine Hoffnungen machen. Im Karneval werde man erst ab 40 ernstgenommen.

Was machen Sie denn, wenn mal keiner lacht?

Cantz Das ist extrem selten. Mittlerweile kenne ich ein paar Mechanismen, wie man die Leute abholt. Was uns ja sehr abträglich ist, ist an Karneval der Alkohol. Wenn das Publikum so betrunken ist, dass nichts mehr geht, dann kann man sich auf den Kopf stellen, und es wird trotzdem nichts passieren.

Schon mal erlebt?

Cantz Ich habe sogar mal nach fünf Minuten einen Auftritt abgebrochen, irgendwo in der Eifel, bei einer Herrensitzung. Die Männer hatten alle schon zwei Promille. Die haben ihre eigene Veranstaltung gemacht, mit Singen und viel Krach. Da kam ich nicht gegen an und habe irgendwann aufgehört, das hatte keinen Zweck mehr.

Karneval ist also die heftigste Übung für Bühnenmenschen?

Cantz Karneval ist das beste Trainingslager für all die Leute, die auf der Bühne stehen wollen. Wenn man es da schafft, sind alle anderen Sachen relativ einfach.

Ist Ihnen öffentliche Reaktion wichtig? Wie oft geben Sie den Namen Guido Cantz bei Google ein?

Cantz Das mache ich ab und an, weil ich zum Beispiel wissen will, was mal wieder bei Youtube reingestellt wurde. Ich habe jetzt gesehen, dass irgendwelche Kinder rund um mein Haus gefilmt haben. Das finde ich nicht so lustig und das will ich auch ein bisschen kontrollieren.

Wie gehen Sie mit Kritik um?

Cantz Manche Sachen nerven. Es steht zum Beispiel immer wieder in Zeitungen, dass meine Haare blondiert sind. Ein Kritiker hat letztens geschrieben „der blondierte Ganzjahres-Karneval Guido Cantz“. Daraus kann ich nichts über meine Qualität erlesen. Ich weiß nicht, was an blondierten Haaren gut oder schlecht sein soll.

Aber sie sind blondiert.

Cantz Klar. Da habe ich auch nie einen Hehl draus gemacht. 1997, nach einer Wette mit Kumpels beim Skifahren, bin ich erblondet.

Worum ging es bei der Wette?

Cantz Wir sind mit sieben Paaren in Urlaub gefahren. Wir Jungs hatten die glorreiche Idee, uns die Haare blond zu färben. Das haben wir dann gemacht - und ich bin übrig geblieben.

Gab es denn Guido Cantz mal mit schwarzen Haaren?

Cantz Ich hab letztens für „Verstehen Sie Spaß“ mit einer schwarzen Perücke gedreht. Da haben mir alle versichert, das sehe richtig gut aus.

Wobei versteht Guido Cantz keinen Spaß?

Cantz Beim Fußball. Da bin ich sehr ehrgeizig. Ich habe bis zur Landesliga gespielt und stehe seit meinem sechsten Lebensjahr auf dem Platz. Ich bin immer noch sehr engagiert, Larifari-Einstellungen beim Fußball mag ich nicht. Ich finde, Fußball ist ein großartiger Sport, auch für Kinder.

(Das Interview finden Sie hier)

 

 

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Berichte

Kirchen Zeitung

Blond aber dennoch pointiert!

tl_files/img/kirche.jpg„Messdiener“ Guido Cantz hätte auch keine Scheu vor einem Auftritt auf der Kanzel!

Kurz vor Mitternacht, vor der Deutzer Brücke, aus Richtung „Schäl Sick“. Der Auftritt beim „Fest der Schwarzen Kunst“, Traditionssitzung der Innung des Druckgewerbes, hatte sich verzögert. Schon „Brings“ wa- ren später dran als geplant, so dass Guido Cantz, zwar punkt- genau vor Ort, in der Warte- schleife stand und erst mit Verspätung auf die Bühne „Am Tanzbrunnen“ konnte.

Just das Szenario, das ein Kar- nevalsakteur bei meist sieben bis neun Auftritten an einem Tag stets im Hinterkopf hat. So auch „Der Mann für alle Fälle“, der immerhin noch in zwei Sä- len der Altstadt angesagt ist. Entwarnung bringt erst ein wiederholter Anruf von Fahrer Martin Mattes beim Literaten der Ehrengarde, die – allseits Durchatmen – im Gürzenich ebenfalls knapp fünfzehn Mi- nuten „hängt“.(...)

Lesen Sie den ganzen Bericht über Guido Cantz, den Ministranten des Humors... zum Bericht